Vor über 17 Jahren habe ich den Weg der Selbständigkeit beschritten und es seither keinen Tag bereut. Ok ok, das ist etwas gelogen, nicht alle Tage waren gut und nicht immer war ich zufrieden. Ich denke, dies ist jedoch soweit “normal” und jede_r fühlt sich mal so. Allgemein bin ich aber froh, den Schritt damals gegangen zu sein.

In dieser Zeit hat mein Geschäft mehrere Wandel erlebt. Die Umstände haben sich geändert und ich habe mich versucht diesen anzupassen. Wer ein eigenes Unternehmen führt weiss sicherlich, dass man immer irgendwie ein Stück weit in eine Zukunft blicken muss um etwas vorherzusehen, was sich nur schwer bis gar nicht vorhersehen lässt.

Gedanken

Kooperationen helfen

Aber darum soll es eigentlich gar nicht gehen. Was ich so ziemlich von Beginn an in meiner Selbständigkeit getan habe, war, Kooperationen einzugehen. Ich kann nicht alles und ich weiss nicht alles – warum also nicht Menschen finden, welche zu meinem Wissen, meinen Kenntnissen und auch meinem Geschäft kompatibel sind?

Das klappte auch oftmals recht gut. Entweder Personen aus meiner Jugend- und Schulzeit, die sich auch selbständig gemacht haben, oder Personen, welche ich im Rahmen meiner Selbständigkeit kennenlernen durfte.

Oftmals ist es ja so, dass man bestimmte Produkte und/oder Dienstleistungen anbietet, zu denen andere Produkte und/oder Dienstleistungen sich wunderbar ergänzen. Sich in diesem Bereich PartnerInnen zu suchen und dadurch das eigene Produkt- bzw. Dienstleistungsportfolio zu erweitern, ist in der Regel eine Win-Win-Win-Situation. Es nutzt den Unternehmen und am Ende auch den KundInnen.

Sicherlich gibt es unterschiedliche Wege, wie man eine solche Kooperation handhaben kann. Ich mache dies im Normalfall so, dass ich mich um meinen Teil des Geschäfts kümmere und alles was ich nicht kann oder wozu ich Unterstützung von extern benötige, ziehe ich die jeweiligen PartnerInnen hinzu. Diese erfüllen ihren Teil des Auftrages und abgerechnet wird aus einer Hand über mich, bzw. wenn es KundInnen der KooperationpartnerInnen sind, eben über diese. Einfach, sinnvoll und eigentlich auch effizient.

In den letzten 17 Jahren habe ich jedoch lernen müssen, dass die Betonung hierbei auf dem eigentlich liegt. Entweder ich habe schlicht nur Pech mit einem nicht unerheblichen Teil meiner Kooperationswahl, oder so etwas funktioniert generell überhaupt nicht.

Wenn alle ihren Teil des Jobs machen, ist es für beide Seiten einfach und spart Zeit und Nerven. KundInnen werden besser gebunden, da man ein recht breites Portfolio anbieten kann, gute Leistungen bringt und einen guten Service bietet.

Erfahrung lehrt

Leider hatte ich in den ganzen Jahren immer wieder mal dass “Glück”, dass ich GeschäftspartnerInnen regelrecht hinterherlaufen musste. Mehrfache Bitten nach dem erforderlichen Angebot, nach Einhaltung von abgesprochenen Terminen mit den KundInnen und selbst zigfache Bettelei, doch endlich mal die Abrechnung für den jeweiligen Auftrag zeitnah fertigzustellen, so dass man auch selbst den Auftrag mit den KundInnen abrechnen kann, waren und sind keine Seltenheit.

Natürlich sitzt niemand von uns den ganzen Tag herum und wartet, dass etwaige KooperationspartnerInnen nach einem Angebot fragen, einen Termin vereinbaren wollen oder eine Rechnung gestellt werden soll. Natürlich haben wir alle auch immer mit dem “normalen” Tagesgeschäft zu tun. Das geht mir nicht anders und ich habe vollstes Verständnis dafür. Ich erwarte hier auch keine Rückmeldung binnen 1 Stunde oder so. Wenn ich dann jedoch 1-2 mal die Woche nach solchen Dingen über Wochen hinweg nachfragen muss – ohne jedwede Antwort oder Rückmeldung – dann ist es eben nicht einfach, nicht sinnvoll und alles, aber sicher nicht effizient.

Den KundInnen gegenüber wirkt man dann oft unprofessionell, nicht wenige vergrault man damit auf die Dauer. Und auch mir selbst geht so etwas nah, kratzt an meinen Nerven, beschäftigt mich und am Ende stresst es mich. Es macht mir ein Vielfaches mehr Ärger und Aufwand, als es zu Beginn an Erleichterung bringen sollte.

Und immer wieder grübelte und grübele ich und stelle mir die Frage, was ICH noch anders, besser machen könnte. An welchen Stellen kann ICH optimieren, es den PartnerInnen einfacher machen, so dass diese es leichter haben, meine (wie ich finde) recht einfachen Wünsche nach fristgerechter Abgabe von Angeboten, einer Einhaltung von Terminen, zeitnaher Rechnungsstellung und vor allem aber, einer offenen Kommunikation nachzukommen.

Termine können sich mal ändern, es kommt etwas dazwischen und man schafft es nicht, zum Stichtag die Rechnung zu stellen oder das Angebot auszufertigen. Aber wenn schon von der anderen Seite nachgefragt wird, dann ist doch mal schnell eine E-Mail, in der man mit 2-3 Zeilen kurz Bescheid gibt, ein neues Datum mitteilt oder sich einfach nur entschuldigt, das man es nicht fristgerecht schafft, nicht zu viel verlangt.

Die Einsicht

Und vielleicht ist es an der Zeit für mich einzusehen, dass ICH evtl. gar nichts wirklich ändern kann, um die Situation besser zu machen, ausser, solche Art Kooperationen schlicht und einfach zu beenden. Solche Entscheidungen fallen mir nicht sehr leicht. Nicht selten hege ich persönliche Sympathien auf menschlicher Ebene für die Personen. Aber auf Dauer schadet es meinem Geschäft und vor allem: es schadet mir selbst.

Wie ist das bei Euch? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie handhabt Ihr solche Situationen?


Bild: Foto-Rabe (pixabay)


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geschrieben von Steve Rückwardt
Ich bin Steve, Gründer und "Hausmeister" von lex-blog.de. Mit dem Blog möchte ich AnwenderInnen bei ihrer Arbeit mit den Produkten weiterhelfen. Neben dem Blog bin ich auch viel in Foren und sozialen Netzwerken unterwegs. mehr über mich


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Kommentare 2


  • Hallo Steve,
    ja, so ist das.
    Solchen Schritt muß man (wenigstens intern) tun.
    Bestimmte Sachen mache ich auch nicht mehr – die alternativen Partner-Anbieter waren entweder so, wie Du beschreibst oder (dem Kunden) viel zu teuer.
    Schade nur, daß sie nicht jeweils im konkreten Fall direkt sagen, “nee, das will ich nicht machen” – wäre ja auch eine Geschäftsbasis – sondern z.B. auch auf direkte konkrete Kundenanfragen einfach nicht reagieren.

    Nun bleibt nur noch, neue Prtner für die Fachbereiche zu suchen, bis man jeweils einen hat, mir dem man sich “verheitaten” kann. Da muß man übrigens auch selbst die Mindestanforderungen erfüllen.

    Antworten
    1. Steve Rückwardt

      Hallo Horst,

      danke für Deinen Kommentar und Deine Sichtweise zu dem Thema. :)

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