Wenn man sich in die Selbständigkeit begibt, kommt man früher oder später mit dem Begriff Umsatzsteuer in Berührung. Möchte man die Kleinunternehmerreglung in Anspruch nehmen, oder doch zur Umsatzsteuer optieren? Was ist eigentlich diese Umsatzsteuer und wie funktioniert das mit Umsatzsteuer und Vorsteuer? Ganz viele Fragen, die wir uns in diesem Artikel einmal etwas genauer anschauen werden.

Umsatzsteuer - Was ist das und wie funktioniert es?

Umsatzsteuer – Was ist das eigentlich?

Was ist eigentlich die Umsatzsteuer? Gehört hat das vermutlich die Mehrheit schon einmal. Das was umgangssprachlich oftmals als Mehrwertsteuer bezeichnet wird, heisst eigentlich Umsatzsteuer. Laut Wikipedia ist das

  • eine Steuer, die das Entgelt für Lieferungen und sonstige Leistungen von Unternehmern besteuert
  • eine Gemeinschaftsteuer
  • eine indirekte Steuer
  • eine Verkehrsteuer oder (auch) Verbrauchsteuer

An dieser Steuer kommt man als Bürger:in eigentlich nicht vorbei, da sie auf die meisten Waren und Dienstleistungen erhoben wird und für den Staat wohl noch immer die stärkste Einnahmequelle darstellt.

Wer muss Umsatzsteuer zahlen und wer darf sie berechnen?

Bei vielen Dingen des täglichen Bedarfs, wie ein Einkauf im Supermarkt oder ein Besuch in einem Restaurant, werden die Waren oder Leistungen in der Regel mit Umsatzsteuer berechnet. Grob kann man daher sagen, dass wir alle Umsatzsteuer zahlen. Berechnen darf sie jedoch nur, wer nach §2 Umsatzsteuergesetz als Unternehmer:in gilt. Es gibt einige Ausnahmen, wie die Kleinunternehmerreglung, gemeinnützige Organisationen etc. Privatpersonen erheben jedoch keine Umsatzsteuer.

Wie funktioniert das mit der Umsatzsteuer und Vorsteuer?

Im Grunde ist es eigentlich ganz einfach. Als Unternehmer:in berechnest Du auf Deine Waren und Leistungen Umsatzsteuer. Dabei ist relativ klar geregelt, welchen Steuersatz Du anzuwenden hast (ja, mir ist bekannt dass es auch etliche Fälle gibt, bei denen es gar nicht so klar und eindeutig ist – der Grossteil der Fälle ist aber recht klar geregelt). Der Regelsteuersatz ist aktuell 19%. Es gibt aber auch 7% z.B. für Waren des täglichen Bedarfs, das kennen sicherlich die meisten Menschen hierzulande. Es gibt jedoch auch davon abweichende Steuersätze z.B. im Bereich der Landwirtschaft u.a.

Die erfasste und berechnete Umsatzsteuer muss Du dann ans Finanzamt abführen. Wenn Du beim Finanzamt als vorsteuerabzugsberechtigt geführt wirst, was bei den meisten Unternehmen der Fall ist, dann kannst Du aber im Gegenzug die Umsatzsteuer aus den Eingangsrechnungen mit der von Dir abzuführenden Umsatzsteuer verrechnen. Die Umsatzsteuer aus Deinen Eingangsrechnungen, welche Du von anderen Unternehmen bekommst, nennt man im Steuerrecht Vorsteuer.

Durch dieses System wird dann im Regelfall die Wertschöpfung in der Kette der Waren und/oder Leistungen besteuert, was letztlich wohl auch zu dem Wort Mehrwertsteuer führt und der Begriff, auch wenn er im Steuerrecht so nicht benutzt wird, vom Wortstamm her doch irgendwie passt. Ich persönlich benutzte jedoch auch primär und viel lieber Umsatzsteuer als Bezeichnung.

Umsatzsteuer erklärt – Video

Das alles erklären Helen und Sarah von Wir lieben Steuern bzw. der Kanzlei Dieckhöfer & Partner im nachstehenden Video nocheinmal deutlich besser und ausführlicher, als ich dann kann. Die beiden sind schliesslich auch vom Fach, nämlich Steuerassistentin und Steuerberaterin, haben als tagtäglich mit diesem Thema zu tun.

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Letztlich kann ich nur sagen: wenn ich die Wahl hätte, würde ich immer wieder zur Umsatzsteuer votieren, dennoch mag es Konstellationen geben, in denen z.B. eine Kleinunternehmerregelung ohne Umsatzsteuer steuerrechtlich als die bessere Variante zu sehen ist. Der Regelfall ist eh die Ganze Geschichte mit Umsatzsteuer und Vorsteuer. Wenn man sich einmal etwas damit befasst, ist es auch gar nicht mehr so kompliziert, wie es vielleicht auf den ersten Blick zu sein scheint.

Das es im Umsatzsteuerrecht auch einige (gar nicht so wenige) Dinge gibt, die es zu überdenken oder verbessern gilt, ist ein anderes Thema, was den Rahmen dieses Artikel sprengt. Für den Austausch zu diesem und auch anderen Themen steht Euch wie immer die Community zur Verfügung.

Wie ist das bei Euch? Seid Ihr vorsteuerabzugsberechtigt? Habt Ihr das System soweit durchblickt und kommt gut damit zurecht? Oder nutzt IHr die Kleinunternehmerregelung ohne Umsatzsteuer?