Beim heutigen Lesen meines Feed-Readers, fiel mir ein Beitrag vom Kollegen Jochen Mai ins Auge. In seinem Artikel “Ich bin schwanger – Wie sag ich das dem Chef? Und wann?” widmet er sich den Fragen einer berufstätigen Frau die schwanger ist, und bietet Antworten bzw. Vorschläge, wann und wie man es dem Chef gegenüber idealerweise kommuniziert.

Das Thema ist natürlich recht heikel, möchte die werdende Mutter doch in der Regel die ersten 3 Monate – die allgemeinhin “unsichere” Phase – ersteinmal abwarten bevor sie es überhaupt kommuniziert. Wirklich jubeln werden wohl die wenigstens Chefs – bedeutet es doch, dass die Mitarbeiterin zumindest vorübergehend ausfällt. Leider reagieren aber manche Chefs oder auch Kollegen mit viel Unverständnis.



Klar, die Mitarbeiterin fällt für eine gewisse Zeit aus und man muss als Chef umplanen. Dann entscheidet natürlich auch die werdende Mutter, wie lange sie nach dem Mutterschutz in Elternzeit geht. Von ein paar Wochen bis zu 3 Jahre ist hier ein breites Spektrum der Ausfallzeit möglich. Abhängig von der Position, welche die Schwangere im Unternehmen einnimmt, kann dies schon für Schwierigkeiten bei der Besetzung einer Vertretung sorgen.

Hinzu kommt, dass auch nach dem die Mitarbeiterin dann wieder ins Berufsleben eintritt, mit Ausfallzeiten zu rechnen ist. Das Kind wird – gerade in den ersten Jahren – auch mal krank und muss von einem Elternteil betreut werden. Auch möchte man als Eltern soviel Zeit wie möglich mit dem eigenen Nachwuchs verbringen und macht daher vielleicht etwas weniger Überstunden oder möchte die allgemeine Arbeitszeit vielleicht auch grundsätzlich etwas reduzieren.

Schwangerschaft als Chance verstehen

Nun kann man als Chef bzw. Vorgesetzter alles negativ betrachten und diese negative Stimmung auch auf die Mitarbeiterin projezieren. Dies ist meiner Ansicht nach jedoch wenig hilfreich. Ich bin der Meinung, dass eine Schwangerschaft – auch und vor allem – als eine Chance betrachtet werden sollte. Für die Mitarbeiterin beginnt ein neuer Lebensabschnitt und viele neue Aufgaben warten auf sie – auch wenn diese eher privater Natur sind. Dies ist aber keineswegs uninteressant für den Arbeitgeber. Mütter (und durchaus auch Väter) entwicklen durch ein Kind neue Fähigkeiten bzw. verfeinern bestehende.

So haben Eltern ja eine gewisse Vorahnung, was ihre Kinder vielleicht gleich anstellen werden. Auch schärft sich, durch die Fürsorge für den Nachwuchs, der Blick auf die Umgebung und es entsteht eine gesteigerte Aufmerksamkeit, was in der Umgebung so passiert. Auch bin ich der Ansicht, dass eigene Kinder das Sozialverhalten verändern und dies in der Regel zum Positiven. Kurzum: man gewinnt an Erfahrungen fürs Leben! Und dies dürfte auch für den Arbeitgeber ein positiver Aspekt sein.

Ein sehr schönes Beispiel, welcher Gewinn eine Mutter für ein Unternehmen sein kann, präsentiert ein mittlerweile schon etwas älterer Werbespot. Ich finde, das gezeigte Spektrum verdeutlicht, dass man der Mutterrolle viele positive Aspekte abgewinnen sollte. Mehr, als einem vielleicht auf den ersten Gedanken so einfallen.

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Also liebe Chefs, Abteilungs- und Teamleiter – betrachten Sie nicht die negativen oder schwierigen Punkte sondern sehen Sie es als Möglichkeit, Ihre wichtige Mitarbeiterin beim Start in den neuen Lebensabschnitt zu unterstützen. Die Erfahrungen, welche sie hierdurch gewinnt, kommen auch Ihnen wieder zugute.

Und letztlich sind Kinder doch auch ein Gewinn für unsere Gesellschaft!

Sie sind werdende Mutter? Oder haben bereits Kinder? Wie haben Sie die Schwangerschaft bei Ihrem Arbeitgeber kommuniziert und zu welchem Zeitpunkt? Was hat sich nach Ihrem Wiedereinstieg verändert?

Sie sind Arbeitgeber, Team- oder Abteilungsleiter o.ä.? Wie gehen Sie mit einer Schwangerschaftsnachricht um? Welche Chancen sehen Sie in der Situation oder betrachten Sie es eher als Schwierigkeit/Problem?

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geschrieben von Steve Rückwardt
Ich bin Steve, Gründer und "Hausmeister" von lex-blog.de. Mit dem Blog möchte ich AnwenderInnen bei ihrer Arbeit mit den Produkten weiterhelfen. Neben dem Blog bin ich auch viel in Foren und sozialen Netzwerken unterwegs. mehr über mich


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Kommentare 2


  • Der Aspekt der Fehlzeiten wg. möglicher Kinderkrankheiten auch nach der Rückkehr in den Job fehlte bei mir völlig. Guter Hinweis! Insofern: Schöne Ergänzung.

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  • Wow, eine völlig neue Sichtweise zu dem Thema – sehr gut! Ich wünschte das hätte ich damals meinem Chef vorlegen können, der hat nämlich wirklich unpassend auf meine Schwangerschaftsmeldung reagiert.

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