Es gibt immer mal wieder E-Mail, die nichts Gutes im Gepäck haben. Ob nun nerviger Spam oder gefährliches Phishing, es ist im täglichen Posteingang der eigenen E-Mail-Mailbox immer mit einer gewissen Skepsis und Vorsicht zu agieren. Viele sind recht schnell als Spam- bzw. Phishing-Mails zu erkennen, bei anderen muss man schon mal etwas genauer hinschauen.

Aktuell geht eine E-Mail „rum“, die von Elster kommen will, so steht es zumindest im Bereich der absendenden Stelle. Als Betreff: Elster – Verifizierung Ihrer Daten. Das klingt erstmal wichtig, Elster ist in den meisten Firmen relevant und daher möchte man hier nichts verpassen, also schaut man da vermutlich schon mal in die Mail rein. Als Text steht dort dann:
Sehr geehrte/r Unternehmer/in,
zu Beginn dieses Jahres haben wir Ihnen per Post eine schriftliche Mitteilung an Ihre bei uns hinterlegte Geschäftsanschrift bezüglich der verpflichtenden jährlichen Überprüfung und Aktualisierung Ihrer Unternehmensdaten zugesandt. Anschließend haben wir Sie mehrfach per E-Mail daran erinnert.
Bis heute haben wir keine Rückmeldung von Ihnen erhalten und Ihre bei ELSTER hinterlegten Unternehmensdaten wurden nicht vollständig aktualisiert.
Wir akzeptieren das weitere Ausbleiben Ihrer Mitwirkung nicht länger.Wir weisen Sie ausdrücklich auf Ihre gesetzlichen Anzeige- und Mitwirkungspflichten hin, insbesondere gemäß §§ 137 und 138 AO, soweit diese auf Ihre Unternehmenssituation Anwendung finden.
LETZTE FRIST 24 STUNDEN!
Sie werden hiermit letztmalig aufgefordert, Ihre bei ELSTER hinterlegten Unternehmensdaten vollständig zu überprüfen und zu aktualisieren. Die Aktualisierung muss innerhalb von 24 Stunden nach Erhalt dieser Nachricht erfolgen. Die Aktualisierung können Sie über das offizielle ELSTER-Portal vornehmen:
https://www.elster.de/eportal/datenaktualisierungFOLGEN BEI NICHTBEACHTUNG
Sollten Sie die gesetzte Frist nicht einhalten, wird das Ausbleiben Ihrer Mitwirkung dokumentiert. Abhängig von den Umständen können anschließend insbesondere folgende Maßnahmen eingeleitet werden:
• Formelle Weiterleitung Ihres Vorgangs an die zuständige Finanz- oder Verwaltungsbehörde zur weiteren Prüfung und Bearbeitung.
• Einleitung eines verwaltungsrechtlichen Verfahrens wegen der Nichtbeachtung der geltenden Anzeige- und Mitwirkungspflichten.
• Prüfung und Anwendung weiterer gesetzlich zulässiger Maßnahmen, einschließlich möglicher Kosten, Sanktionen oder sonstiger administrativer Folgen.Nach Ablauf der Frist kann der Vorgang ohne weitere Erinnerung an die zuständige Stelle weitergeleitet werden.
Diese Nachricht stellt die letzte Aufforderung dar.
Wir fordern Sie daher nachdrücklich auf, die Aktualisierung unverzüglich vorzunehmen.
Mit Nachdruck,
ELSTER
Sabine Müller
Sachgebietsleiter Datenverifizierung
Klingt wichtig, es wirkt, als sei Eile geboten. Schaut man aber mal genauer hin, fallen Dinge auf, die klar machen, dass diese E-Mail nicht echt ist, also nicht von der Finazverwaltung bzw. Elster stammt.
Absender vs. Absendemailadresse
Als absendende Stelle liest man Elster. Nicht mehr. Schaut man dann die E-Mail Adresse an, von der die Mail kommt, steht da:

Da sieht nach allem aus, aber nicht nach einer offiziellen E-Mail-Adresse eines Amtes. Das ist oftmals ein wichtiges Indiz, wie ernst man solche E-Mails nehmen sollte.
Inhalt
In der E-Mail wird erwähnt, man habe sowohl postalisch die Infos zur Verfizierung, als auch mehrere E-Mails zur Erinnerung erhalten. Sicherlich, das hätte im hektischen Alltag schon mal untergehen können oder der Brief ist auf dem Zustellweg abhanden gekommen. Nur wie wahrscheinlich ist es, dass man einen Brief und mehrere E-Mails nicht bekommen hat? Da würde ich ich schon extra aufmerksam werden.
Dann gibt es noch andere Indikatoren, die für eine nicht realistische Mail eines Amtes sprechen: keine persönliche Anrede, manche Formulierung wirken streng, wie man es von einem Amt erwartet, wenn man Fristen nicht eingehalten haben soll, aber dennoch ist die Art und Weise nach meiner Einschätzung nicht so, wie es aktuell ein Amt schreiben würde.
Link vs. Linkziel
Bis hierhin ist noch nicht viel „Böses“ passiert. Werbung ist es offenbar ja nicht, Was also ist das Ziel der Mail? Man soll irgendwas anklicken. In der Mail gibt es ja auch einen Link. Verlinkt ist der Text https://www.elster.de/eportal/datenaktualisierung. Das sieht offiziell aus, immerhin ist die Domain elster.de, also schon die offizielle Elsterseite.
Aber: der Link führt nicht zu dieser angezeigten Adresse. Geht man mit der Maus über diesen Link (ohne etwas zu klicken) sieht man in der Regel links unten, wohin der Link genau führt. Und da sieht man https://urlshort-linkmtekqzcrlw….workes.dev/… Ich habe die URL hier bewusst nicht komplett dargestellt. Das ist mit Sicherheit keine offizielle Elster-Webadresse.
Das kann und sollte man übrigens immmer machen, auch bei Mails, die einen Button haben, der verlinkt ist und den man anklicken soll.
Fazit
Schaut genau hin, wenn Ihr E-Mail erhaltet, auch wenn der Absender zunächst seriös aussehen mag. Prüft, welche E-Mail-Adresse die Mail gesendte hat, schaut Euch Links genau an, ob das Linkziel auch wirklich das ist, wenn es augenscheinlich verspricht zu sein. Im Zweifel lasst Kolleg:innen oder Eure EDV-/IT-Betreuung mit draufschauen.







