Man kann nicht behaupten, die Finanzbehörden sind in Sachen Digitalisierung ganz hinterm Mond. Seit Jahren können und müssen immer mehr Steuerdinge elektronisch abgegeben werden. Elster ist hier das Stichwort.

Einkommenssteuererklärung

Jedoch ist diese Digitalisierung weitestgehend eine Einbahnstrasse. Denn der Rückkanal zu den Steuerpflichtigen ist in der Regel analog auf Totholz. Genau dies soll sich zukünftig aber ändern.

Am gestrigen Mittwoch (09.12.2015) hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens (Download unten) beschlossen. Damit soll – im Interesse der SteuerzahlerInnen der Steuervollzug in Deutschland schneller, einfacher und effizienter werden. Diskutiert wird darüber schon seit über einem Jahr.

Im Laufe der nächsten Jahre sollen Schritt für Schritt einige technische wie auch organisatorische Massnahmen umgesetzt werden und die Prozesse der Steuerverwaltung leichter zu handhaben sein. Für die BürgerInnen soll es zudem mehr Serviceorientierung geben.

Steuerbescheide digital – Belege nur noch bei Bedarf

Einer der wohl massgeblichen Punkte des Entwurfes ist die Digitalisierung der Steuerbescheide. Dies bedeutet, dass auf Wunsch der Steuerpflichtigen die Steuerbescheide digital zum Download über das ElsterOnline Portal zur Verfügung gestellt werden.

Ein weiterer, nicht ganz irrelevanter Aspekt ist, dass zukünftig keine Belege zu den Steuererklärungen mit eingereicht werden müssen. Diese sollen dann nur noch bei Bedarf vom Finanzamt angefordert werden. Ausserdem soll die Einreichung dieser Belege dann auch digital möglich sein.

In Kraft treten soll dieses Gesetzt dann zum 01.01.2017, wobei die Umsetzung schrittweise erfolgt und bis zum Jahr 2022 dauern soll.

Den kompletten Referentenentwurf findet Ihr nachstehend als PDF zum Download:

  Entwurf Modernisierung Besteuerungsverfahren (507,5 KiB, 351 hits)

Für weitergehende Fragen rund um die Modernisierungsmassnahmen des Besteuerungsverfahrens hat das Bundesfinanzministerium eine FAQ mit Antworten bereitgestellt.

Soweit hört sich das recht gut und vernünftig an, finde ich. Bleibt abzuwarten, wie es in der Praxis umgesetzt werden wird. Ich persönlich freue mich, wenn es weniger Papier zur Folge hat.


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Quelle: PM BMF Bild: Steve Rückwardt – CC-BY-NC-SA