In 2013 war SEPA ein grosses Thema. Schliesslich müssen alle Nutzer im geschäftlichen Zahlungsverkehr ab 01.02.2014 auf SEPA umgestellt haben. Denn dieses Datum ist der Stichtag für den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum.

SEPA?

Heute gab die Europäische Zentralbank (für mich) etwas überraschend nachfolgende Pressemitteilung bekannt:

Erklärung des Eurosystems zum Endtermin für die SEPA-Migration

 

Das Eurosystem nimmt den Vorschlag der Europäischen Kommission zur Änderung der EU-Verordnung Nr. 260/2012 zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (Single Euro Payments Area – SEPA) zur Kenntnis und führt einen zusätzlichen Übergangszeitraum von sechs Monaten ein.
Die Beteiligten im Euro-Währungsgebiet haben enorme und erfolgreiche Anstrengungen zur SEPA-Umsetzung geleistet. Den jüngsten Informationen der SEPA-Teilnehmerländer zufolge geht die Umstellung rasch und mit zunehmender Geschwindigkeit vonstatten, wobei die große Mehrheit der Beteiligten ihren Migrationsprozess innerhalb der Frist abschließen wird.
Das Eurosystem betont daher, dass der auf den 1. Februar 2014 festgelegte Endtermin für die SEPA-Migration gültig bleibt und appelliert an die Marktteilnehmer, die Umstellung aller Überweisungen und Lastschriften auf die SEPA-Standards bis zu diesem Datum zum Abschluss zu bringen.

Bemerkenswert finde ich den Teil wo es heisst

Den jüngsten Informationen der SEPA-Teilnehmerländer zufolge geht die Umstellung rasch und mit zunehmender Geschwindigkeit vonstatten, wobei die große Mehrheit der Beteiligten ihren Migrationsprozess innerhalb der Frist abschließen wird.

war doch bisher in den Medien nur davon zu lesen, dass die Umstellung sehr schleppend vor sich geht. Auch kommt die Frage auf, warum denn eine verlängerte Übergangsfrist notwendig ist, wenn “die grosse Mehrheit der Beteiligten ihren Migrationsprozess innerhalb der Frist abschliessen wird”.

Die ebenfalls heute veröffentliche Pressemeldung der Deutschen Bundesbank klingt dann auch schon etwas anders:

Vor zwei Jahren hat der europäische Gesetzgeber im Trilogverfahren mit Europäischem Parlament, Europäischer Kommission und Ministerrat dieSEPA-Verordnung (Nr. 260/2012) verabschiedet, die das Enddatum 1. Februar 2014 für die bisherigen Verfahren für Überweisungen und Lastschriften festgelegt hat. Die Europäische Kommission schlägt nun vor, dass Zahlungsdienstleister Überweisungen und Lastschriften weiterhin bis zum 1. August 2014 im nationalen Format annehmen dürfen. Damit würde das SEPA-Enddatum um sechs Monate aufgeschoben. Der Vorschlag kann in Kraft treten, wenn das Europäische Parlament und der Ministerrat zustimmen.

 

In Deutschland haben Kreditwirtschaft, Unternehmen, öffentliche Institutionen und Vereine bereits erheblichen Aufwand betrieben, die Einhaltung des Termins 1. Februar 2014 sicherzustellen. Die Bundesbank hat zwar in den vergangenen Wochen hervorgehoben, dass in Deutschland noch viel zu tun ist. “Trotzdem waren wir zuversichtlich, dass das gesteckte Ziel erreicht werden kann”, sagte Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. “Der bereits betriebene Umstellungsaufwand war nicht vergeblich, da SEPA definitiv kommt”, so Thiele weiter. Der Vorschlag der Europäischen Kommission dürfe keinesfalls dazu führen, dass die Marktteilnehmer in ihren Migrationsvorbereitungen verunsichert werden. “Ich appelliere an alle Marktteilnehmer, ihre SEPA-Projekte konsequent fortzusetzen und an einer Umstellung zum 1. Februar 2014 festzuhalten”, sagte Thiele. Zudem müssten die konkreten Auswirkungen des Vorschlages der Europäischen Kommission analysiert und mit allen Beteiligten im deutschen Zahlungsverkehrsmarkt erörtert werden.

Also kein Grund zur Hektik und noch Luft bis August. Einigen wird dies entgegenkommen. Auf Seite der Geldinstitute wie auch der der Unternehmen. Letztlich bin ich mir aber recht sicher, dass auch im Juli einige ganz überrascht feststellen werden, dass ja bald Handlungsbedarf notwendig ist und man sich ja kümmern müsse. Nun denn, warten wir es ab.

Ich bin bereits mit der Umstellung soweit durch und nutze für Lastschriften bereits SEPA. Wie schaut es bei Euch aus? Schon fleissig mit SEPA-Überweisung und Lastschriften beschäftigt oder noch auf althergebrachtem Wege im Geldverkehr unterwegs?


 


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geschrieben von Steve Rückwardt
Ich bin Steve, Gründer und "Hausmeister" von lex-blog.de. Mit dem Blog möchte ich AnwenderInnen bei ihrer Arbeit mit den Produkten weiterhelfen. Neben dem Blog bin ich auch viel in Foren und sozialen Netzwerken unterwegs. mehr über mich


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Kommentare 3


  • meine Unterlagen sind seit April zusammen (einschl. GläubigerID), Umstellungstermin sollte September sein, spreche vorher nochmals mit dem Zweigstellenleiter meiner Bank, der betet mir alles vor, was ich schon habe und meint dann: dann kann es ja losgehen.. Pustekuchen, als ich die Lastschriften meiner Lohnmandanten einziehen wollte, denn die Bank benötigte einen neuen Vertrag für die Einzüge (davon war natürlich vorher keine Rede) und ich wurde gebeten, doch die Einzüge für das IV. Quartal noch in € vorzunehmen…………….
    Wer hat nun hier die Kappe auf?

    Antworten
    1. Steve Rückwardt

      hallo Marlies,

      das mit dem neuen Vertrag ist eigtl. bekannt, zumindest habe ich von verschiedenen Banken entsprechende Infoschreiben hierzu erhalten bzw. bei Kunden gesehen.

      Was mich etwas irritiert: Du wurdest gebeten, die Lastschriften in EUR einzuziehen? In was denn sonst!?


  • Viele Mittelständler sind noch lange immer noch nicht SEPA-bereit… Eigentlich nicht nachvollziehbar- Zeit für die Umstellung gab es genug. Quelle: http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/finanzierung/sepa-kritik-an-fristverlaengerung/

    Antworten

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