Die E-Mail ist ohne Frage eines der wichtigsten Kommunikationsmittel unserer Zeit. Natürlich bekommt man auch viel Spam oder Unwichtiges. Mit einem guten Spam-Filter und ein paar Regeln kann man seinen E-Mailverkehr jedoch recht einfach organisieren. Aber trotz der negativen Dinge werden wohl die wenigsten Menschen auf die E-mail wieder verzichten wollen. Wie man der täglichen E-mail-Flut Herr werden kann und das Mailaufkommen etwas organisierter gestaltet hat die Kollegin Anne Häusler in Ihrem Artikel “Chaos ade! 6 Tipps, wie sich die E-Mail-Flut in den Griff bekommen lässt” erläutert.

E-Mail im Unternehmen

In meiner täglichen Arbeit begegnen mir viele unterschiedliche E-Mail-Accounts, da ich sie teilweise beim Kunde einrichte oder eben mit Kunden im E-Mail-Kontakt stehe. Auch wenn ich unterwegs bin und Werbeflyer, Plakate etc. sehe schaue ich mir die E-Mailadressen oder auch die Webadressen meist etwas genauer an.

Was mir dabei auffällt und mich gleichzeitig auch etwas erschreckt, dass sehr viele Unternehmen eine Freemail-Account Adresse nutzten. “Na und?” wird sich jetzt Mancher fragen, da ist doch nichts dabei. “E-Mail ist E-Mail, wen kümmert es bei welchen Anbieter”. Das ist grundsätzlich auch nicht falsch und als Privatperson mag das tatsächlich eher uninteressant sein.

Als Unternehmen, welches nach Aussen mit Lieferanten und Kunden kommuniziert ist es meiner Ansicht nach keineswegs egal. Die meisten Firmen haben sicherlich Visitenkarten, Briefpapier, einen Firmenstempel – bei all diesen Dingen, ist es ihnen da egal wie diese aussehen? Überlegen die Unternehmer nicht auch, wenn sie die Erstellung eben dieser Sachen planen, welchen Eindruck es beim Kunden macht? Warum werden dann die gleichen Kriterien nicht auch an die Auswahl der E-Mail-Adresse gelegt?

Vor- und Nachteile von Freemail-Accounts

Die Vorteile von Freemail-Accounts wie web.de, gmx.de, googlemail etc. liegen ganz klar auf der Hand. Man hat keine Kosten. Ausserdem bekommt man soweit alles “mundgerecht” vorgesetzt, gibt nur noch seine persönlichen Daten ein, registrieren, fertig. Schon kann es mit mailen losgehen. Einfach und effizient.

Mehr Vorteile fallen mir hierzu aber auch nicht ein. Die Nachteile überwiegen zudem – meiner Ansicht nach. Was sind die Nachteile? Freemail-Accounts finanzieren sich in der Regel durch Werbung. D.h. man bekommt vom Anbieter Werbung auf der Seite eingeblendet und in vielen Fällen auch regelmässige Newsletter mit Werbung. Das ist soweit nicht schlimm, aber nervig. Einige Anbieter hängen ausgehenden E-Mails (sofern über die Web-Oberfläche und nicht über ein E-Mail-Programm versandt) auch Werbung an. Dieser Umstand ist meiner Meinung nach ein absolutes No-Go im geschäftlichen E-Mail-Verkehr, zumal der Absender keinen Einfluss darauf hat, für was da geworben wird. Auch nachteilig ist, dass man bei der Anmeldung ggfs. nicht den gewünschten E-Mail-Alias, also den teil vor dem @ frei wählen kann, da der Wunschname evtl. bereits an einen anderen Nutzer vergeben ist.

Den meiner Ansicht nach grössten Nachteil sehe ich darin, dass mit jeder E-Mail automatisch “Werbung” für den jeweiligen Dienst gemacht wird, da ja am Ende der E-Mail-Adresse, also nach dem @, der Dienstname steht. Eine Domain, welche nichts mit dem jeweiligen Absender zu tun hat.

Auch noch zu bedenken: nutzt man z.B. Anbieter wie T-Online auch für den Internetzugang und dies dann in Verbindung mit einer T-Online E-Mail-Adresse, so bindet man sich mehr oder minder an diesen Anbieter. Will man zu einem späteren Zeitpunkt den Anbieter für Telefon und/oder Internetzugang wechseln, fällt es schwer, da man ungern auf eine bereits im Kundenkreis eingeführte E-Mail-Adresse verzichten möchte. Anbieter ermöglichen in der Regel die Weiternutzung, jedoch oft nur gegen eine Gebühr.



Warum eine E-Mail-Adresse mit eigener Domain besser ist?

Viel besser finde ich es, wenn man als Unternehmen eine eigene Domain besitzt. Eine solche zu beantragen ist nicht kompliziert und kostet auch keine Unsummen. Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand. Man hat als Unternehmen die volle Kontrolle über die Domain, kann also auch den E-Mail-Alias je E-Mail-Adresse frei wählen.

Ich bin auch der Meinung, dass jedes (!) Unternehmen, vollkommen gleich welcher Grösse, eine eigene Webseite haben sollte. Somit ist eine Domain vorhanden und man kann auch entsprechende E-Mail-Adressen für die Mitarbeiter einrichten.

Immer wieder belustigend sind dann Werbemittel von Firmen, welche zwar eine eigene Domain enthalten, jedoch die E-Mail-Adresse von einem Freemail-Anbieter ist. Besonders oft sieht man dies auf Autobahnen an den Planen der vielen LKW. ;)

Es muss für den Anfang auch kein grosses Webseitenprojekt werden. Aber auch wenn man keine mega Webseite haben möchte, sollte man auch bei kleinen Projekten einen Experten oder eine Agentur hinzuziehen. Das kostet ein paar Euro, ja, aber hier darf man nicht am falschen Ende sparen. Sie kennen ja den Spruch: “Für einen ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance”. Und eine schlechte, unübersichtliche und optisch auch nicht sehr attraktive Seite wird wohl eher kein zweites Mal besucht und erst recht nicht weiterempfohlen bzw. verlinkt.

Es reicht oft auch schon eine Art “Visitenkarte” für das Internet. Also eine Webseite, aus der Anschrift, Kontaktmöglichkeit und ggfs. noch angebotene Dienstleistungen hervorgehen. Dafür muss man keine Unsummen ausgeben hat aber mit einfachen Mitteln die Grundlage geschaffen, von potentiellen Kunden gefunden zu werden. Nutzt man nun noch konsequent E-Mail-Adressen mit der eigenen Domain wird die Sache rund und der erste Eindruck beim Empfänger wird oft ein anderer, ein seriöserer sein.

Fazit

Ich weiss wie schwer es ist, gewohnte Muster zu druchbrechen. Aber wenn Sie selbstständig sind oder auch eine grösserer Firma haben bzw. in einer selbigen arbeiten und Freemail-Accounts nutzen (oder noch schlimmer bezahlte Accounts mit einer unternehmensfremden Domain) – wagen Sie den Schritt. Nehmen Sie sich die Zeit und beantragen Sie eine eigene Domain, welche zu Ihrem Unternehmen passt, seriös klingt und möglichst auch nicht zu lang ist. Beauftragen Sie ein Agentur in Ihrer Region, welche Ihnen eine kleine Visitenkarte im Internet erstellt und richten Sie sich eine oder mehrere E-Mail-Adressen mit dieser Domain ein.

Bestehende E-Mail-Adressen von Freemail-Anbietern können Sie eine Zeit über parallel betreiben um eingehende E-Mails nicht zu verpassen. Antworten Sie aber immer (!) mit der neuen E-Mail-Adresse, welche Ihre Domain enthält. Somit wird diese neue E-Mail-Adresse bei Ihren Kunden und Lieferanten bekannt und die “alte” mit der Zeit überflüssig. Erstellen Sie am Besten auch einen Newsletter oder legen Sie Rechnungen und/oder Anschreiben eine Info zu Ihrer Webseite und den neuen E-Mail-Adressen bei. Eine solche Neuigkeit kann auch ein guter Anlass ein, etwas weniger aktive Kunden anzuschreiben oder anzusprechen und somit ggfs. wieder zu “aktivieren”. ;)

Weiterhin stelle ich oft fest, dass sehr lange oder auch von der Bezeichnung her eher unvorteilhafte E-Mail-Aliase gewählt werden. E-Mail- und auch Webadressen sollten möglichst klar und verständlich sein und nicht zu lang und somit leicht zu merken. Zudem empfiehlt sich ein strukturierter Aufbau, so dass die E-Mail-Adressen im Unternehmen möglichst alle gleich aufgebaut sind.

Was im Arbeitsalltag beim Schreiben bzw. Antworten auf E-Mail zu beachten ist erläutert Ihnen der Kollege Jürgen Christ vom Blog meine-firma-und-ich.de in seinem Artikel “5 Regeln für E-Mail im Firmenalltag“.

Wie sehen Sie das? Nutzen Sie E-Mail-Adressen mit eigener Domain oder doch eher Freemail-Dienste?

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geschrieben von Steve Rückwardt
Ich bin Steve, Gründer und "Hausmeister" von lex-blog.de. Mit dem Blog möchte ich AnwenderInnen bei ihrer Arbeit mit den Produkten weiterhelfen. Neben dem Blog bin ich auch viel in Foren und sozialen Netzwerken unterwegs. mehr über mich


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Kommentare 4


  • Hallo Steve,

    nimm mal den Vertipper “Dmaoin” raus…

    Ansonsten erlaube mir anzumerken, dass man sich auf über das was vor dem @ steht Gedanken machen sollte. Das häufig verbereitete vorname.nachname@meinedomain .de ist zwar schön, aber aus meiner Sicht nur bei Familienbetrieben oder ganz grossen Firmen, mit viele Mitarbeitern mit gleichen Nachnamen sinnvoll. Ansonsten ist nachname@meinedomain .de eigentlich völlig ausreichend. Bei doppelten Nachnamen kann man immer noch den ersten Buchstaben des Vornamens ggf. mit einem Punkt dazwischen dazunehmen. Wird die Emailadesse von mehreren Personen genutzt macht auch abteilung@meinedomain .de Sinn. Sollte man mit einem schwierig zu buchstabierende Nachnamen gesegnet sein, empfehle ich nur die Initialen vor dem @ zu verwenden. Ganz lassen sollte man ungewöhnlichen Buchstaben- und Zeichenkombinationen. Ich erinnere mich da z.B. noch an einen langen Streit zwischen sabine1@… und sabine1.@… welche beide bei einem grossen deutschen Internetprovider waren und die Korrespondenzpartner von sabine1. regelmässig den Punkt vergessen haben.

    Nett sind auch z.B. Bewerbungen per Email mit Absenderadresse wie therealdevil@irgendeinfreemailprovider .de

    Ein hartnäckiges Grücht ist überigens auch, dass Emailadressen casesensitiv sein…

    Grüße

    Jendrik

    Antworten
    1. Steve Rückwardt

      Hallo Jendrik,

      danke für den Hinweis, ist geändert. :)

      Was die Aliaswahl betrifft bin ich Deiner Meinung, habe ich im Artikel ja auch schon angemerkt. :)

      Bzgl. Variation bin ich jedoch anderer Meinung. Ich persönlich befürworte eine einheitliche Struktur. Wenn dann jedoch z.B. mueller@, schulze@ etc. genutzt wird und ein zweiter Müller oder Schulze dazu kommt, und diese Einheitlichkeit stört, da dann plötzlich eine Emailadresse a.mueller@ o.ä. lautet finde ich das nicht optimal. Die Variante vorname.nachname@ halte ich immer noch für die optimalste. Somit weiss ich als Absender auch gleich wie diese Person heisst. :) Letzlich muss dies natürlich jeder selbst entscheiden welchen Anbieter und eben auch welchen Aufbau er nutzt.


  • @Hendrik: casesensitiv ist leider immer noch sehr verbreitet, wie ich jeden Tag erfahren muss. Aber auch ein Teil der menschlichen Eitelkeit – wer lässt sich schon gerne “klein schreiben” :-)

    Zu den Mailadressen gilt ein ähnlicher Grundsatz wie für Domainnamen im allgemeinen: kurz und einprägsam. Initialien, wo sinnvoll, bei Domains mit Familiennname kann der Vorname auch ruhig mal die Mailadresse sein.

    @Steve: Es gibt keine Hmilch, nur H-Milch ;-) (verzeih, der Lehrer und Dozent in mir).

    Antworten
    1. Steve Rückwardt

      @Jürgen: So, nun wird die Milch nicht mehr sauer… ;) Aber nur, weil Du es bist… :)

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